Eberhard Bitter | Zwischen

2 - 25 März, 2023

Einzelausstellung

Wie sich einem Gefühl annähern, das nicht in Worte zu fassen ist? Wie etwas zum Ausdruck bringen, für das es keine Worte gibt? Wie sagen, was unaussprechlich ist? Kann Sprache Emotionen? Eberhard Bitter hat für sich entschieden. Er spricht über seine Bilder – begreifbarer, als Sprache es je könnte. Die Wucht der Emotionen trifft uns unmittelbar, direkt und unverfälscht. Seine Bilder schreien uns förmlich an, mit ihnen in einen Dialog zu treten.

Eberhard Bitters Thema ist das ganze Spektrum zwischenmenschlicher Beziehungen. Seine Kunst ist eine bisweilen schonungslose Analyse der Auseinandersetzung von Menschen mit anderen und vor allem mit sich selbst, eigenen Gefühlen, Erfahrungen, Träumen. Figurative Körpergestalten, im spannungsgeladenen Wechselspiel miteinander. Die Protagonisten, sich bewegende, „tanzende“ Körper, völlig losgelöst von Raum und Zeit, sind ganz auf sich selbst reduziert und in der Betrachtung des Moments versunken. Nicht das Äußere ist von Bedeutung. Von den zu erahnenden Prozessen, deren einer Moment in seinen Bildern Ausdruck findet, geht eine pulsierende Energie aus. Bitters Kunst ist keine klassische Darstellung, sondern pure Kommunikation mit dem Betrachter, der durch die Bilder angesprochen und zur Reflektion eingeladen wird.  Bitter sagt von sich selbst: „Es ist einfach so, dass das zwischenmenschliche Thema, also das Thema Mensch mit all seinen Freuden und Konflikten, die damit verbunden sind, den Annäherungen und Distanzen, mich persönlich am meisten bewegt.“ Das ist es, was seine Kunst ausmacht: sie provoziert eine Reaktion beim Betrachter, eben weil es um uns selbst geht. Das ist bisweilen „harte Kost“, wie er selbst es formuliert. Was bringt einen einander näher, und was entfernt Menschen voneinander? Auch Bitters Art des Malens bringt dies zum Ausdruck: in der Nahsicht verschwimmt das Dargestellte zu einem nahezu abstrakten Bild. Das wilde Nebeneinander der Farbflächen ist verwirrend und scheinbar unstrukturiert. Erst aus der Entfernung gestaltet sich das Bild. Sich annähern, sich entfernen. Der Betrachter wird auf jede erdenkliche Art und Weise aufgefordert, mit dem Bild zu agieren. 

Grau, weiß und rot sind die oft vorherrschenden Farben und geben den Figuren den Anschein anatomischer Studien über menschliche Körper. Tatsächlich spiegeln die Farben einmal mehr einen emotionalen Zustand, in dem es selten ein Entweder – Oder gibt. Vielmehr Schattierungen, Nuancen, alles ist miteinander verwoben.

Event

Kunst-Performance

2 März, 2023, Beginn: 19:45 (Einlass ab 19:00)

Mit der Kunstperformance, die diese Ausstellung begleitet, wird ebenfalls deutlich: alles steht in Beziehung, nichts steht für sich. Musik findet Ausdruck in körperlicher Bewegung. Körper tanzen Gefühle und werden erfasst in der künstlerischen Darstellung. Die überwältigende Intensität der Zeichnung bricht sich wiederum Bahn in der musikalischen Darbietung. Die Kommunikation zwischen Musik, Tanz und Kunst ist unablässig vorhanden, immer anders, aber immer da.

Für die Trio-Performance haben wir Alessandro Giaquinto -den Halbsolist des Stuttgarters Ballett- gewinnen können, der zu der improvisierten zeitgenössischen atonalen Musik von der Saxofonistin Nikola Lutz (HMDK) tanzen wird. Die Bewegungsabläufe werden live durch Eberhard Bitter gezeichnet.

Eintritt frei, um Voranmeldung wir gebeten.

Ausstellender Künstler

Eberhard Bitter

Eberhard Bitter wurde 1960 im Ruhrgebiet, NRW, geboren und absolvierte zunächst eine Buchbinderausbildung.

Von 1981 bis 1987 studierte Bitter Malerei an der FH Dortmund bei Prof. Pitt Moog und Prof. Hartmut Böhm. Es ist vielleicht exemplarisch, dass Bitter sein Studium zunächst im Bereich Grafik-Design begann, sich dann aber während des Studiums ganz bewusst für die Freie Kunst entschied. Diese kompromisslose Entschlossenheit charakterisiert heute seine Werke. Seit 2008 hat Bitter zwei Lehraufträge für ‚Freihandzeichnen‘ und ‚Grundlagen der Gestaltung‘ an der Hochschule Bochum, FB-Architektur – eine Aufgabe, die ihn sehr erfüllt. Seit 2010 ist Bitter Mitglied im Westdeutschen Künstlerbund.

Ausgewählte Kunstwerke

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