18. April - 13. Juni 2026
Maria Kozak
Longer, Brighter Days
Maria Kozak setzt sich in ihrer Einzelausstellung mit Hoffnung und Resilienz in herausfordernden Zeiten auseinander.
Man wird nicht dadurch erleuchtet, dass man sich Lichtgestalten vorstellt, sondern durch Bewusstmachung der Dunkelheit.
(nach Carl Gustav Jung, 1875–1961)
Längere, hellere Tage – das klingt zunächst nach einem einfachen Versprechen: mehr Licht, mehr Leichtigkeit, mehr Lust am Leben. Mit dem englischen Pendant Longer, Brighter Days ist diese vielversprechende Ausstellung von Maria Kozak überschrieben. Tatsächlich ruft der Titel jene bekannte Frühlingsformel auf, die sich Jahr für Jahr aufs Neue einstellt: Die ersten Sonnenstrahlen lassen die Pflanzen erblühen und die Tierwelt aufleben. Die Wärme des Lichts durchströmt uns bis in jede Pore und lockt uns hinaus ins Freie. Dieses Erwachen, dieses Aufatmen nach einer kalten und oftmals düsteren Winterstarre, dieses lang ersehnte Hoffnungsschimmern wirkt wie ein scheinbarer Neustart für die Seele.
Aber wir alle wissen es: Wo viel Licht ist, ist auch immer viel Schatten. Und bekanntlich entstehen gerade an der Schwelle von Tag und Nacht die traumwandlerischsten Trugbilder. (…)
Ihre Arbeiten, in denen die Farben und Formen fast psychedelisch ineinander verschwimmen und Andeutungen von Konturen stärker sind als detaillierte Ausformulierungen, entfalten eine eigentümliche Attraktivität bei gleichzeitiger Ambivalenz. Sie ziehen die Betrachtenden unmittelbar in einen Sog, als öffne sich hinter der glatten Bildoberfläche eine andere, tiefere Wirklichkeitsebene. Silhouetten von Figuren und Situationen erscheinen vertraut und zugleich entrückt, wie versatzstückartig verbildlichte Erinnerungsfetzen, die sich nie ganz fassen oder festhalten lassen. (…)
Darüber hinaus berührt Kozaks Malerei die surrealistische Traditionslinie, wie sie etwa Max Ernst geprägt hat: ein Komponieren von Fantasiebildern, in denen Vertrautes ins Fremdartige kippt und Gefühlswelten mystische Gestalt annehmen. Ähnlich collagiert wirkt Kozaks eigene, individuelle Malweise. Diese changiert konsequent zwischen Figürlichkeit und Formabstraktion, jedoch nicht benebelt, sondern durchdrungen von einer intuitiven Herangehensweise, die zwischen pastosen Farbschichten mehr erahnen lässt als das mit bloßem Auge Erkennbare. Damit wirken ihre Gemälde wie gemalte Verinnerlichungen von Zwischenzuständen: zwischen Dämmerung und Dunkelheit, zwischen Himmel und Hölle, zwischen Aufbruch und Aufgeben. (…)
Im Kontrast zur Prophezeiung im Ausstellungstitel sind die gezeigten Bilder von Maria Kozak somit alles andere als bloß heitere Stimmungsbilder, die in der Farbwahl mehr oder weniger gedeckt ausfallen. Sie sind Bild(er)findungen des Übergangs – Abbilder seelischer Wetterlagen. Und gerade deshalb berühren sie uns so tief: weil sie das Menschliche nicht im Eindeutigen suchen, sondern im Widerspruch, also dort, wo Licht und Schatten gleichzeitig existieren.
Vielleicht liegt gerade in dieser Erkenntnis eine zukunftsfähige Lesart, die sich in den Arbeiten von Maria Kozak widerspiegelt: sich nie zu sicher sein, offen bleiben, immer wieder neu anfangen, althergebrachte Grenzen ausloten, auch wenn das bedeuten sollte, über den eigenen Schatten springen zu müssen. Die Quintessenz dieser Alchemie des Wandel(n)s ist im „erleuchteten“ Sinne die Kunst des Lebens – und des Liebens.
By Corinna Steimel
Events
Vernissage (Brunch)
Samstag, 18. April 2026, 11:00 – 13:00
Die Künstlerin ist anwesend | RSVP
Ausstellende Künstlerin
Maria Kozak (*1981 in Krakow, PL, lebt und arbeitet in New York, US und Warschau, PL)
Kozak ist ein multidisziplinärer Künstler, deren Zeichnungen und Gemälde intuitive, psychologische Landschaften von Figuren sind, die jenseits der konventionellen Grenzen von Zeit, Raum und Identität existieren. Angetrieben von existenziellen Fragen nach der Natur der Realität, umfasst Kozaks Werk das gesamte Spektrum menschlicher Erfahrungen – vom Heiligen bis zum Profanen.
Kozak hat einen Master-Abschluss in Malerei von der New York Academy of Art und ist Absolventin von NEW INC, dem Inkubator für Kunst + Technologie des New Museum. Für ihre Arbeit im Bereich neuer Technologien wurde sie mit einem Stipendium der NYFA/NYSCA und einem Stipendium der Schusterman Foundation ausgezeichnet.
Downloads
Installation Views
Viewing Room
