19. September - 7. November 2026
Gruppenausstellung
Beyond the Blue
Timo Grimm, Joeggu Hossmann, Lydiane Lutz, Marc Perez
Die Welt ist kein Ort getrennter Identitäten, sondern ein Ort der Beziehungen.
– Édouard Glissant
Das Mittelmeer wird oft als Urlaubsziel wahrgenommen. Doch seit Jahrtausenden dient es als Ort der Begegnung, als gemeinsames Gewässer, das Europa, Afrika und Asien verbindet. Ideen, Güter, Geschichten, Traditionen und vor allem Menschen haben seine Wasser überquert, lange bevor die Region zum Synonym für Freizeit und Tourismus wurde. Hinter dem blauen Horizont verbirgt sich eine Geschichte der Verbindung, des Austauschs und des kulturellen Wandels, in der sich vielfältige Kulturen durch ständige Interaktion gegenseitig geprägt haben. Auch wenn das Mittelmeer von Konflikten, Kriegen und Kämpfen um Macht und Ressourcen geprägt war, offenbart seine menschliche Geschichte ein ebenso beständiges Erbe des Zusammenlebens, der gegenseitigen Einflüsse und der kulturellen Bereicherung.
Wie der französische Philosoph Édouard Glissant es ausdrückt: Kulturen werden durch Kontakt und nicht durch Isolation bereichert. Austausch, Übermittlung und Begegnung sind keine Bedrohung für die Identität, sondern genau die Bedingungen, durch die sie sich weiterentwickelt.
In Beyond the Blue erkunden Timo Grimm, Joeggu Hossmann, Lydiane Lutz und Marc Perez diesen Geist der Verbundenheit. Ihre Werke setzen sich mit Wasser und dem Mittelmeer nicht nur als Landschaften auseinander, sondern als Räume der Begegnung, die verbinden statt zu trennen. Gemeinsam vermitteln die Künstler, dass Vielfalt nicht einfach nur etwas ist, das nebeneinander existieren kann; sie ist eine Quelle der Bereicherung, die Perspektiven erweitert, den Dialog fördert und die Voraussetzungen für Neuanfänge schafft.
Events
Vernissage
Samstag, 19. September 11:00 – 13:00
Brunch mit den Künstler | RSVP
Ausstellende Künstler
Timo Grimm (*1990 in Hamburg) ist ein zeitgenössischer deutscher Maler, der das Potenzial traditioneller Trompe-l’œil-Maltechniken erforscht. Auf den ersten Blick ähneln seine Werke rissigen Delfter Kacheln aus dem 17. Jahrhundert – bei genauerer Betrachtung entfalten sie sich jedoch als akribisch ausgearbeitete Ölgemälde auf Leinwand. Echte Risse, die durch das gezielte Zerbrechen und Wiederzusammensetzen von Holzkeilrahmen entstehen, verstärken die Illusion keramischer Oberflächen. Grimm absolvierte sein Studium bei Prof. Werner Büttner an der Kunstakademie in Hamburg und studierte an der Aristoteles-Universität Thessaloniki.
Joeggu Hossmann (*1978 in Thun, Schweiz) verschmilzt Motive aus dem zeitgenössischen Leben im digitalen Zeitalter und Reisestimmungen zu sorgfältig komponierten Leinwandbildern. Hossmanns Inhalt ist radikal zeitgenössisch. Seine Motive sind gesammelte, komprimierte Eindrücke des Alltags, reflektiert und eingefroren wie in einer Digitalkamera, oft pixelig, jedoch in Öl auf Leinwand ausgeführt.
Lydiane Lutz (*1981 in Stuttgart, lebt und arbeitet in Ulm, Deutschland) verbindet in ihren Gemälden kraftvolle, dynamische Pinselstriche mit sanft fließenden Farbflächen, die innere Stimmungen und Gefühlslandschaften zum Ausdruck bringen. Ein zentrales Motiv in ihrem Werk ist das Wasser – ein Symbol für Freiheit, Loslassen und das Eintauchen ins Unbewusste. Die Künstlerin absolvierte ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Klein und Prof. Wähner.
Marc Perez (*1955 in Tunis, lebt und arbeitet in Paris, Frankreich) wurde in eine Familie von Malern hineingeboren, hat er sich Bildhauer selbst ereignent. Wie die französische Kuratorin Colette Felous schreibt: Sein Werk bewegt sich im Gleichgewicht zwischen der Reise eines Erforschers des Intimen und der fast metaphysischen Suche eines Künstlers, zwischen Poesie, Traumwelt und Psychoanalyse. Perez’ Werke wurden auf der Biennale de Lyon (2022) sowie mehrfach in Paris in der Galerie Felli ausgestellt.
Downloads
Installation Views
Viewing Room
